Das Projekt – Ein Überblick

Das Handschriftenportal wird als zentrale Plattform für Erschließungs- und Bilddaten zu Buchhandschriften aus deutschen Sammlungen entwickelt. Damit entsteht ein zentraler Ausgangspunkt für die Arbeit mit und an der handschriftlichen Überlieferung in Deutschland.

Das Vorhaben wird gemeinsam von der Staatsbibliothek zu Berlin, der Universitätsbibliothek Leipzig, der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel durchgeführt. Weitere Informationen über die Projektpartner finden Sie hier. Die detaillierte Beschreibung des Vorhabens aus dem DFG-Projektantrag ist hier als PDF bereitgestellt.

Zielgruppen

Projektziele

Projektphasen

Zielgruppen

Ob Wissenschaft oder Handschriften besitzende Einrichtungen – der Arbeits- und Untersuchungsgegenstand ist derselbe: das handgeschriebene historische Kulturobjekt, das es zu erschließen, darzustellen und zu untersuchen gilt. Die virtuelle Präsentations- und Arbeitsumgebung wird damit die Grenzziehung zwischen Forschung und Bestandsbearbeitung überwinden.

Das Handschriftenportal wird für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelt, für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses, für Studierende, für das Fachpersonal in den Sammlungen sowie für die interessierte Öffentlichkeit.

Projektziele

Ziel des Handschriftenportal-Projekts ist die Neuentwicklung eines zentralen Web-Portals für das Handschriftenerbe in deutschen Sammlungen und Einrichtungen.

Was genau heißt das?

1. Zentraler Zugriff

  • Der Bestand an Handschriften, die in deutschen Institutionen bewahrt werden, soll an zentraler Stelle nachgewiesen werden. Das Angebot wird damit überrregional und überinstitutionell sein. Entwickelt wird eine einheitliche Präsentationsumgebung für alle Daten. Damit wird das Handschriftenportal sowohl für die wissenschaftliche Arbeit mit den Handschriften als auch für handschriftenbesitzende Institutionen und die interessierte Öffentlichkeit einen europaweit einzigartigen Service anbieten.
  • Alle zu einer Handschrift verfügbaren Informationen sollen an einer gemeinsamen Stelle gebündelt werden. Sämtliche Beschreibungen, Digitalisate, Annotationen und externen Referenzen werden hier zusammengeführt. Dieser zentrale Anker wird die Handschrift im System repräsentieren und so eine übersichtliche Trefferanzeige ermöglichen.
  • Zwei Funktionen, ein Ort: Erschließungs- und Bilddaten sollen nicht nur in einer Umgebung zusammengeführt und – soweit technisch möglich – präsentiert werden, sondern perspektivisch soll auch ein bequemes Arbeiten mit diesen Daten ermöglicht werden. Dank des Einsatzes moderner Standards und Technologien wie IIIF und dem Mirador-Viewer soll eine möglichst hohe Integration der einzelnen Datenquellen gewährleistet werden.

2. Innovative Werkstatt für Forschung und Sammlungen

  • Eine nutzerfreundliche Weboberfläche soll den bestehenden umfangreichen Datenschatz für die handschriftenbezogene Forschung intuitiv erfassbar und erfahrbar machen. Das Handschriftenportal soll nicht nur ein (Such-)Werkzeug, sondern eine voll ausgestattete Werkstatt werden, in der Nutzerinnen und Nutzer gern arbeiten.
  • Der fachliche Austausch soll erleichtert, aktuelle Forschungsergebnisse sollen möglichst zeitnah öffentlich zugänglich gemacht werden:
    • Die einfache Einspielung und Nachnutzung von Erschließungs-, Meta- und Bilddaten durch bestandshaltende Einrichtungen und wissenschaftliche Vorhaben soll durch die Bereitstellung von Schnittstellen ermöglicht werden, die entsprechende Daten-Importe und -Exporte erlauben.
    • Nutzerinnen und Nutzer sollen zudem bereits vorhandene Handschriftenbeschreibungen korrigieren oder mit neuen Erkenntnissen anreichern können. Solcherart ‘Annotationen’ werden als digitale Mikro-Publikationen veröffentlicht. Damit wird auch dem Anspruch Rechnung getragen, die Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie von Erschließerinnen und Erschließern urheberrechtlich zu schützen.
  • Der Einsatz von Linked Open Data wird die flexible Nachnutzbarkeit des Datenbestands durch die nationale und internationale Community ermöglichen.

Projektphasen

Die Entwicklung des Portals erfolgt in zwei Phasen, die auf jeweils drei Jahre angelegt sind. Von der DFG bewilligt wurde bislang die erste Projektphase.

Phase 1 | Aufbau des Handschriftenportals und Veröffentlichung der Beta-Version

In den ersten drei Jahren (2018–2021) wird das Handschriftenportal von Grund auf neu entwickelt. Sowohl das Frontend des Webportals als auch die zugrundeliegende Datenhaltung (‘Nachweis’) inkl. Erfassungsfunktion für neue Handschriftendaten werden Schritt für Schritt aufgebaut. Anfang 2021 wird eine Beta-Version veröffentlicht, die einen ersten Test der Funktionalitäten und deren intensive Evaluation erlaubt.

Neben der technischen Entwicklung wird eine umfangreiche Bereinigung der vorhandenen, aktuell noch in Manuscripta Mediaevalia verfügbaren Erschließungsdaten durchgeführt. Hier werden insbesondere in großem Umfang Volltexte vorliegender Handschriftenkataloge eingespielt und die Metadaten generiert sowie verbessert. Als Grundlage sämtlicher Arbeiten am Portal wird ein neues Datenmodell entwickelt.

Phase 2 | Weiterentwicklung der Komponenten und Aufbau des Virtuellen Arbeitsplatzes

Nach der Bereitstellung einer ersten Produktivversion des Handschriftenportals soll sich eine zweite Projektphase anschließen. Im Fall einer weiteren Förderung durch die DFG werden ab 2022 die Funktionalitäten des Handschriftenportals weiterentwickelt: 

Geplant ist eine vertiefte Datenbereinigung und -normierung über die Kernmetadaten hinaus. Zudem soll die Systemarchitektur ausgebaut werden, vor allem ist die Entwicklung eines ‘Virtuellen Arbeitsplatzes’ geplant, in dem angemeldete Nutzerinnen und Nutzer Material (Notizen, Transkriptionen, Links etc.) anlegen, die zu einer Handschrift vorliegenden Beschreibungsdaten korrigieren, mit eigenen Forschungsergebnissen anreichern und veröffentlichen können. Außerdem wird eine Publikationsfunktion für Katalogisierungsprojekte entwickelt werden.

Abschließend sollen die DFG-Richtlinien Handschriftenkatalogisierung an den aktuellen Stand der Praxis angepasst werden. Damit wird eine Aktualisierung der Regeln zur Handschriftenerschließung im digitalen Zeitalter erreicht.